Bildnachweis: Rieka Anscheit
Bildnachweis: Rieka Anscheit

Wir haben die Digital Media Women (DMW) auf mehreren Konferenzen getroffen und waren neugierig, mehr über die Arbeit des Vereins zu erfahren. Inken Arntzen, Mitgründerin der DMW, hat nun unsere Fragen beantwortet und wir freuen uns, die Einblicke mit Ihnen teilen zu dürfen.

Was sind die Hauptziele der DMW und wie ist der Verein zu Stande gekommen?

Die Digital Media Women (DMW) sind ein in Hamburg gegründetes Branchennetzwerk mit Quartieren in Berlin, Köln, München und der Region Rhein-Main in Form eines gemeinnützigen Vereins. Wir arbeiten im und mit dem Netz: als Social Media Managerinnen, Web- und Grafikdesignerinnen, Online-Journalistinnen, Bloggerinnen, Programmiererinnen und in vielen anderen Feldern des World Wide Web. Unsere Arbeitsfelder sind oft Männerdomänen – doch wir wollen die Situation von Frauen in unseren Berufen verbessern und unsere Expertise unter Beweis stellen.

Die DMW wollen Frauen in der Digitalbranche sichtbarer machen. Intensives Netzwerken ist ein wichtiger Teil des Weges dorthin: Unsere Mitglieder an allen Standorten treffen sich regelmäßig, um gemeinsam berufliche Projekte voranzutreiben, neuen Input zu erfahren, einander Tipps und Empfehlungen zu geben oder einfach nur zum gemütlichen Austausch unter Gleichgesinnten. Außerdem informieren wir über wichtige und interessante Themen auf unserer Website und in anderen Social Communities wie Facebook, Twitter, Tumblr und Pinterest. Ein wichtiges Ziel der DMW ist, mehr Frauen auf die Podien der männerdominierten Konferenzwelt zu bringen.

Die Digitaljournalistin Carolin Neumann hatte sich auf der Next 2010 über das mal wieder dominante Zahlenverhältnis männlicher zu weiblicher Sprecher geärgert und dies per Twitter und Blogpost kundgetan. Was sich auf dieser Konferenz exemplarisch zeigte, gab den Anstoß zur Gründung der DMW. Da sie nicht die einzige war, die sich daran störte, dass das nicht die realen Kompetenzen der Branche widerspiegelt, fanden schnell die ersten Treffen statt. Wenige Wochen später stand mit Carolin Neumann, Nicole Willnow, Sarah Pust, Sanja Stankovic, Kixka Nebraska, Inken Arntzen, Agnieszka Krzeminska und Taalke Renken der Gründerinnenkreis der Digital Media Women. Wir wollten uns nicht mehr über das Ungleichgewicht ärgern, sondern es ändern.

Wie kann die Sichtbarkeit von Frauen auf Konferenzen erhöht werden?

Um unser Ziel, mehr Frauen auf die Podien der männerdominierten Konferenzwelt zu bringen, zu erreichen, sind wir Sprecherinnen, Moderatorinnen und Organisatorinnen auf Branchenveranstaltungen und unterstützen Frauen dabei, bei Barcamps oder Konferenzen wie der re:publica eine aktivere Rolle zu übernehmen.

Wir organisieren einen Teil der deutschen Konferenzen mit. Ich bin z.B. Organisatorin der Social Media Week Hamburg, Sanja Stankovic und Carolin Neumann Gehören zum Kurationsteam des Reeperbahn Festivals.

Wir empfehlen Speakerinnen und gehen aktiv auf Veranstalter zu, welche die Diversität nicht beachten.
Bei der Social Media Week Hamburg haben wir dies Jahr eine besonders heterogene Gruppe an Keynote-Sprechern aufgestellt. So haben wir fünf Frauen, vier Männer und einen Roboter!

Wir sprechen auf und berichten über nationale und internationale Konferenzen, vermitteln Sprecherinnen, sitzen in diversen Fachbeiräten, Jurys, Round Tables und Fachgremien und dienen Konferenzveranstaltern und Medien als Anlaufstelle für Kompetenz in der Digitalbranche.

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Welche Vorteile bringen die DMW-Veranstaltungen und Networking-Gelegenheiten? Sind Männer auch eingeladen?

Allen, die sich als Teil der Digital Media Women sehen und Mitglied unserer Community sind, steht ein dichtes Netzwerk kompetenter Frauen offen. Wir bieten neue Kontakte und Kommunikation auf professioneller Ebene – online und offline. Viele Veranstaltungen sind exklusiv für Community-Mitglieder gedacht; Fördermitglieder des DMW e.V. bekommen darüber hinaus Vergünstigungen bei kostenpflichtigen Events und haben weitere Vorteile, die wir in Zukunft noch ausbauen wollen. Die Meet-ups sind in der Regel offen und für jede zum Reinschnuppern gedacht. Eure Kompetenz zeigt uns, dass unsere Ziele möglich sind – euer Förderbeitrag hilft uns, sie ehrenamtlich umzusetzen!

Auf jeden Fall sind Männer eingeladen. Wir möchten Heterogenität fördern, da ist es wichtig, alle einzuschließen. Und wie man an dem Beispiel HeForShe sehen kann, braucht es alle, um ein Umdenken zu bewegen.

Auch interessant: unser Event dazu am 25.02.2015 mit Robert Franken.

Was können die Entscheidungsträger/innen in Unternehmen machen, um Frauen in digitalen Berufen zu unterstützen und zu fördern?

Entscheidungsträger können als gute Beispiele vorangehen. Zum einen geht es um die Besetzung der Jobs und zum andern um unser Leben, also die Familie. Männer, wie Frauen, können dafür einstehen einen guten Ausgleich an Familie und Beruf zu haben. Achtsam mit ihrer Energie umzugehen und sich gegenseitig zu supporten. Wir haben ein Digital Media Women Event bei der Social Media Week Hamburg, zusammen mit den Hamburg Geekettes, das sich um  “(Women) friendly work cultures” dreht.

Die Digital Media Women im Netz:

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About Inken Arntzen

Inken Arntzen aka meyola ist freiberufliche Artdirektorin und Projektmanagerin. Sie ist Mitgründerin der Digital Media Women, eines Netzwerks, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen aus den Bereichen Web und Medien im Netz sichtbarer zu machen und mehr Frauen auf die Podien der männerdominierten Konferenzwelt zu bringen. Sie ist Organisatorin der Social Media Week Hamburg und Mitgründerin des Superhelden Trainings. Sie liebt die Verbindung von Kontrasten: Digital und Real Life, Innovativ und Beständig, Alt und Neu. Prozessorientiert will sie die Dinge ins Rollen bringen. Let it flow!

Jerome Maisch
Marketing Manager @digimindci. Passionate about big data & social marketing. Photography, music and hiking lover

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