„Wie können wir – in Echtzeit – Trends, Kommunikation und das Online-Nutzungsverhalten verfolgen?“ Diese Frage nach Social Media Trend Scouting wird von Agenturen und Werbetreibenden in Bezug auf Innovation und Social Intelligence immer öfter gestellt. Besonders wenn der Impact einer Kommunikationskampagne gemessen, Märkte für Produkt Launches gefunden oder Pitches vorbereitet werden müssen. In einer perfekten Welt sollten Konsum-Trends, Kommunikation, kulturelle und technologische Entwicklungen sowie Meinungsströme im Web und auf Social Media ständig und konstant getrackt werden. Neben den micro- und macroökonomischen Trends, die regelmäßig von großen Marktforschungsinstituten erfasst werden, ist es essenziell, Usern und Konsumenten sowie den Medien auf den Zahn zu fühlen. Diese Insights sind „Futter“ für Ihre Content Strategie, die wiederum Grundlage für Ihr SEO/SEM ist sowie Ihre Intelligence, Social Media Analyse und das Wissen über Kunden unterstützt. Aber wie stellt man diese Echtzeit-„Verfolgungsjagd“ am geschickstesten an? Verschiedene Tools und Ansätze können dies bewerkstelligen, folgend finden Sie eine Auswahl:

Twittern Sie das: 15% der täglichen Suchbegriffe sind neu = eine unversiegbare Quelle für Trends

1. Google Daten enthüllen, was User bewegt

Die Analyse von großen Datenmengen, wie den Millionen Google Suchanfragen, ist eine wertvolle Ergänzung zu Social Media Monitoring.

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Die Analyse von Google Suchbegriffen liefert interessante Insights

Warum? Google ist mit einem Marktanteil von 94% unangefochtener Suchmaschinen-Marktführer in Deutschland (de.statista.com). Laut der ARD/ZDF Onlinestudie 2015 nutzen 82% der Deutschen mindestens einmal wöchentlich Suchmaschinen wie Google, bei den 14-29-jährigen liegt diese Nutzung sogar bei 93%. Zudem sind 15% der täglichen Suchanfragen neu. Daher ist die Analyse von Google Suchanfragen eine dynamisches Umfeld, das Sie direkt zu Millionen von User Anliegen, Interessen und Sorgen führt. Darüber hinaus können durch die Betrachtung der automatischen Vervollständigungsfunktion, die sich aus häufig verwendeten Suchanfragen zusammensetzt, zwei wertvolle Insights gewonnen werden:

– Die Anliegen und Interessen von Usern, die nach Ihrer Marke, Ihren Produkten und CEOs suchen
– Wie User bei der Verwendung von Suchmaschinen beeinflusst werden

Diese Vorschläge kommen tatsächlich komplett automatisch zustande: durch die Suchanfragen von anderen Usern, welche wiederum den Suchenden beeinflussen. Dabei können zwei Arten von Trends beobachtet werden: tieferliegende Trends, die permanent oder für einen längeren Zeitraum angezeigt werden (usa map) und Trends, die sich auf ein kürzlich stattgefundenes Ereignis beziehen (us open) – siehe obenangeführtes Beispiel .

Das Beobachten dieser Keywords oder Begriffe auf Google gibt außerdem Informationen über Kauftrends und potenzielle Märkte.

Das folgende Beispiel zeigt die Top Search Trends, die die Suchanfragen für die Deutsche Bank im Juni 2016 auf Google in Deutschland beinhalteten. Zudem wird durch die Top Results sichtbar, welche Suchergebnisse Usern am häufigsten angezeigt wurden.

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Die Top Google Suchanfragen für Deutsche Bank
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Die Top Google Suchergebnisse für Deutsche Bank

2. Per Hashtag zum Trend Scouting

Hashtags sind das Markenzeichen von Twitter. Doch auch Instagram lebt von ihnen und auch auf Facebook sowie GooglePlus werden die Rauten als Stilmittel und Fundgrube verwendet. Durch das Trackinig von Posts mit Hashtags können Trends gefunden, beobachtet und analysiert werden. Zudem können online und auch offline Werbekampagnen ausgewertet werden. Bei der Identifizierung der meist verwendeten Hashtag Konzepte, eröffnen sich zwei Welten:

Offizielle Hashtags, die von Marken kreiert wurden, und spontane Hashtags, die von Usern geschaffen, verwendet und verbreitet werden. So können Sie  Online Trends und Themen rund um Events und deren Sponsoren sichten. Im Fall des Social Media Strategies Summit beispielsweise zeigt die Analyse, dass der offizielle Event-Hashtag #SMSsummit oft verwendet wurde, aber auch Themen des Events per Hashtags spontan online besprochen wurden – z. B. #nativeadvertising.

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Offizielle vs spontane Hashtags eines Events

3. Experten und Spezialisten von Trends wissen, wovon sie sprechen

Vergessen Sie nicht, dass im Begriff “Soziales Netzwerk” das Wort “Netzwerk” von Bedeutung ist. Dieses kann aus VIPs bestehen, die „weise“ sind und es sich lohnt, ihnen zuzuhören. LinkedIn und Twitter sind voll mit Spezialisten und Fachmedien. Folgen Sie ihnen können Sie Ihre Strategie durch Trendinformationen hinsichtlich Technologie, Organisation, HR, Konsumentenverhalten, etc. erweitern.

Will man Intelligence auf LinkedIn durchführen, ist der einfachste Weg, das Monitoring von Gruppen. Doch auch PULSE Feeds sind ein guter Zugangspunkt, da sie eine Auswahl an professionellen Publikationen von Experten via eines Editors zeigen. Es ist ratsam erst breite „Trend“ Subjekte zu beobachten bevor spezifische Topics und Suchbegriffe definiert werden. So geht man nicht in der Masse an spezialisierten Technologie, Marketing, Management und anderen Themennachrichten verloren.

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Folgen Sie Trends auf LinkedIn Pulse

Um das Potenzial von PULSE zu entdecken und zu bewerten, sollten Sie Discover verwenden. Dieses Modul besticht durch eine große Bandbreite an Experten, Influencern und Channeln, die nach Thema und Medientyp geordnet sind.

Nachdem Sie Ihre Trendthemen eingegrenzt haben, lohnt es sich auf auf Twitter, durch simple Suchanfragen wie „guru trends“, „experten trends“, „consulting trends“, auf die Suche nach Spezialisten und Medien zu gehen. Beispiele: @innovation,  @GuyKawasaki , @jaybaer , @adage als auch @Garyvee und .
Ein weiterer Ansatz ist es, Beratungsfirmen (Consultancies) und Instituten zu folgen – egal ob diese klein, groß, spezialisiert und generell aufgestellt sind: @BCG@DeloitteDE oder @Nielsen_Deutschland – auch hier gibt es tausende Möglichkeiten.

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Auch Beratungsfirmen zeigen Trends auf

Ein anderer interessanter Trend Scouting Ansatz ist das Beobachten von Think Tanks: Diese spezialisierten und oftmals unabhängigen Meinungsgruppen für spezifische Sektoren oder Gebiete bieten einen Blick hinter die Kulissen von Trends. Deren Publikationen sind Teil von industriellen oder politischen Lobbing Gruppen.

4. Event Intelligence ist keine Einmalveranstaltung

Trends werden auch auf Konferenzen und Events geboren, weiterentwickelt und verbreitet. So finden sich vielerlei Arten von Veranstaltungen, für fast alle Sektoren und Aktivitäten – von Digital Marketing bis zu Kosmetik.
Ein guter Rat: Wenden Sie für Intelligence Anfragen die „3er Regel“ an. Hierbei müssen Sie 3 Ausdrücke miteinander verbinden ( Events x Sektor x Kalender). Für „Events“ können auch Begriffe, wie „Messen“ oder „Konferenzen“ verwendet werden, die in Zusammenhang mit dem „Sektor“ – z. B. „Kosmetik“ oder „Digital“ -stehen und mit Begriffen wie „Agenda“ oder „Kalender“ weiter spezifiziert werden..

5. Große Trends verlangen nach großen Taten

Back to basics: Trends Intelligence auf Social Media – in Kombination mit den interessanten Themen für Ihre Industrie – ist ein exzellenter Weg, um neue Themen und Quellen zu entdecken.

Ein Tipp: Wie auch normale Intelligence-Ansätze im Web und in den Sozialen Netzwerken, sollte Echtzeit-Monitoring mit einer breiten Konzepierung beginnen, um Themen dann im Verlauf durch enger-definierte Keywords  spezifischer analysieren und umsetzen zu können. Idealerweise sind Ihre Nachrichtenströme (Tweets, Facebook Posts, Instagram, Artikel) induktiv gefiltert – im Gegensatz zu von Beginn an eingeschränkten Streams.

Ein Beispiel: Intelligence, die auf großen Marketing Trends aufbaut, offenbart Ihnen Automatic Marketing, Inbound Marketing und Customer Experience Insights. Filtern Sie Ihre Nachtrichten, die sie gesammelt haben, induktiv anhand von Keywords wie „automatic/automatization“, „customer experience“, etc., bekommen Sie genauere Ergebnisse.

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Filter Sie Ihren Trend Intelligence Stream unduktiv, um Ihren Sammlungsumfang nicht einzuschränken

Trend Intelligence (oder Innovation intelligence) ist sehr umfangreich. Daher sollten Sie eines nicht vergessen: Nachdem Sie einige Wochen lang Nachrichten gesammelt haben, müssen Sie Ihre Prioritäten hinsichtlich Intelligence Spezifikationen setzen. Starten Sie mit 3 oder 4 Themen – nicht mehr. Diese können Sie exponentiell mit der Anzahl der Nachrichten steigern. Dabei müssen Sie stets eine Frage im Hinterkopf behalten – „Warum … führen Sie diese Intelligence durch?“ – ansonsten verpassen Sie Ihre die Chance, Ihre Bedürfnisse zu definieren und die richtigen Daten und Insights zu sammeln.


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